Die von uns in den Vereinen eingesetzten GPS-basierten Navigationsgeräte haben tolle Eigenschaften und dürfen zur sog. „situational awareness“ auch legal verwendet werden, sie sind aber nicht zertifiziert, d.h. sie dürfen nicht als primäres Navigationsinstrument benutzt werden. Die Luftraum- und Navigationsdaten werden zwar von uns möglichst aktuell gehalten. Einschränkungen durch aktuelle Notams sind allerdings nicht verfügbar, auch liegt die Veröffentlichung der Updates alleine in der Hand der Gerätehersteller!
Bitte beachtet daher unbedingt:
- Einhaltung von ausreichendem vertikalen und horizontalen Abstand zu den kritischen Luftraumgrenzen (insbes. Lufttraum C und D), damit nicht bei kurzer Ablenkung die Gefahr einer Luftraumverletzung droht. Die entsprechenden Behörden sind bei Verstößen als wenig nachsichtig bekannt! Flugwege können u.U. auch dann bekannt werden, wenn keine OLC Einreichung erfolgt. Auch die Flugplätze/Vereine in der Nähe der kritischen Zonen melden gerne Luftraumverletzungen, um nicht selbst stärker eingeschränkt zu werden!
- durch Fehlkonfiguration durch einen selbst oder vorherige Piloten kann die Anzeige und die Warnungen unzuverlässig und fehlerhaft sein
- Zu keinem Zeitpunkt darf ich mich ALLEINE auf die GPS-Anzeige und Luftraumwarnungen verlassen. Es gilt die aktuelle ICAO-Karte zusammen mit tagesaktuellen Notams.
Sehr gute „Zoombare“ Karten gibt es unter https://www.openflightmaps.org/ed-germany/?language=local - Wenn eine Warnung kommt, diese unbedingt ernst nehmen. Bei den im Segelflug verbauten Geräten (LXNAV, LX-Navigation) bieten die Geräte es aber an, die Warnung für 5, 10min oder „heute“ zu deaktivieren. Auf keinen Fall „heute“ drücken!
Auch wenn ich selber noch die Luftraumnähe im Kopf habe – der nächste Pilot auf dem Vereinsflugzeug an diesem Tag bekommt die Warnung nicht mehr (vor Allem im Segelflug, wo die Geräte durchlaufen) - Bei den im Motorflug verbauten Garmin Geräten sind durchgeführte Änderungen/Deaktivierungen etc. größtenteils dauerhaft wirksam, d.h. es gibt keinen automatischen Reset am nächsten Flugtag, Warnungen erscheinen ggfs. erst nach entsprechender Aktivierung wieder!
- Mache Dich unbedingt am Boden mit dem benutzten Gerät vertraut. Im Flug darf das Gerät nicht lange von der Luftraumbeobachtung ablenken und muss schnell bedient werden können
- Ein langes Fokussieren auf die detaillierten Anzeigen der eingebauten und mobilen Geräte bewirkt durch die Adaption der Augen eine Verzögerung beim Entdecken von anderem Verkehr
- bei Flarm-Warnungen nicht lange auf die Anzeige sehen, sondern intensiv den Luftraum absuchen, um den Verkehr möglichst frühzeitig zu entdecken und reagieren zu können
- beim Fliegen mit einem anderen Piloten diesen immer einbeziehen in Luftraumbeobachtung und Ansage z.B. „Verkehr 11 Uhr oberhalb“ — „in Sicht“
- die richtige Konfiguration des Geräts vor dem Flug überprüfen. Die teilweise tiefgeschachtelten Menüs lenken beim Flug viel zu lange ab. Der Pilot ist allein verantwortlich!
- Du solltest immer in der Lage sein, bei Ausfall des Geräts mit Hilfe von aktueller Karte und/oder Backup-Gerät sicher und luftrechtlich sauber weiterzufliegen
- Die Geräte dürfen keinesfalls zum Einflug in schlechtes Wetter und „Pseudo-IFR“ verleiten. Höchste Lebensgefahr!
Danke für die Beachtung der obigen Punkte und allzeit schöne und erfolgreiche Flüge wünscht
das EDKN-Flugsicherheitsteam
